Verpuppungen

2005, Buntstift

ca. 15 x 20 cm

In diesen Blättern vernetzt und verdichtet sich eine schier endlose Zahl feinster Buntstiftstriche zu einem gewebeartigen Geflecht irisierender Farbräume, deren Spektrum von zarten, differenzierten Grüntönen über kräftigeres Blau bis hin zu purpurroten Anklängen reicht.


Die kleinen, dicht gearbeiteten Blätter der Verpuppungen gehen aus einem doppelten Bildprozess hervor: Ein

durchgearbeitetes Primärbild wird von subtilen Geflechten aus feinen Buntstiftstrichen überlagert, bisweilen ganz und gar verschluckt. Von den ursprünglich gegenständlichen Elementen verbleiben allenfalls noch chiffrenartig durchschimmernde Reminiszenzen.


Die Wurzeln dieser Arbeiten reichen zurück bis in das Jahr 1985. Damals waren in mehreren figürlich orientierten Zeichnungen (z.B. „Tango in Sibirien“ oder „Kreuzigung der Sonne“) inselartig die Kerne jener Strukturen entstanden, die sich inzwischen zu eigenständigen, gegenstandsfreien Texturen und Farbklängen weiterentwickelt haben. Bereits Ende der 80er Jahre schuf Jeff Beer mit ähnlichen Texturen unter anderem den Zyklus "Imaginäre Landschaften".


Jeff Beer ist in den „Verpuppungen“ jedoch nicht bei den kleinformatigen Buntstiftzeichnungen stehen geblieben. Mit der Ölpastelltechnik hat er das Prinzip der gebündelten Farblinien auf die Malerei übertragen und Arbeiten bis zu 100 x 150 cm Größe geschaffen. Mit dieser ihm eigenen Technik gelingt es Jeff Beer, der an sich deckenden pastosen Ölkreide eine stark leuchtende, nahezu transparente Wirkung zu verleihen.